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"proudhonie",
für jorge antunes, brasilien.
(100 cm x 150 cm, acryl auf leinwand)
Proudhonie, ein Stück von Jorge Antunes für 12 Solisten und ein Tonband, wurde 1972 in París im Auftrag des Dirigenten Marcel Couraud geschrieben, damit es im selben Jahr im Rahmen des Festivals der 20. Olympiade in München aufgeführt werde. Das Stück basiert auf einem der berühmten Texte des sozialistischen, französischen Philosophen Pierre Joseph Proudhon (1809 – 1865), Mitbegründer der anarchistischen Bewegung.
Der Text von Proudhon wurde für das Ziel des Stücks nach einer konkreten und konstruktivistischen Methode in Einzelteile zerlegt, um schließlich im Klimax des Werks zu münden, in dem der Chor flüsternd, sprechend und schreiend die im Text enthaltenen Proteste ausdrücken will. Elektronische Klänge und Stimmen sind ständig miteinander verbunden: an manchen Stellen imitieren die Stimmen das Tonband und an anderen haben die elektronischen Töne einen vokalen Klang.
Jorge Antunes wurde im April 1942 in Río de Janeiro geboren, wo er auch eine traditionelle musikalische Ausbildung absolvierte. 1962 zeichnete er sich als Vorreiter in der elektronischen Musik in Brasilien aus, als er seine Musik anhand einer Untersuchung über die Übereinstimmungen von Klängen und Farben komponierte. Nach einer Ausbildung in Musik und Physik absolvierte er zwischen 1968 und 1974 ein postgraduelles Studium mit Ginastera, König, Schaefer und Bayle in Argentinien, Holland und Frankreich. Er machte sein Doktorat in Musik-Ästhetik in Sorbonne, VII Pariser Universität, wo Daniel Charles sein Betreuer war. Seit 1973 unterrichtet Antunes an der Universität von Brasilia, wo er auch das Labor für elektro-akustische Musik leitet. Antunes wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und hat von Radiosendern und europäischen Festivals unzählige Aufträge für neue Werke bekommen.
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